„Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede", wusste der berühmte Musiker Louis Armstrong. So ist es durchaus keine neue Erkenntnis, dass Hunde, aber auch andere Tiere, positive Auswirkungen auf die menschliche Gefühlswelt, auf verschiedene physiologische Funktionen des Körpers und damit letztendlich auch auf die Gesundheit haben können. Diese Vorzüge der Vierbeiner kennt auch Ute Kornett, sozialtherapeutische Leiterin im Johanniter-Altenheim. „Tiere fragen nicht nach Behinderungen oder sozialen Problemen, sie beantworten direkt die Liebe und Fürsorge, die ihnen entgegengebracht wird", macht Ute Kornett deutlich und fügt hinzu: „ein Tier vermittelt Menschen gleichzeitig das Gefühl von Sicherheit, Kameradschaft, Konstanz und Intimität und trägt zum physischen und psychischen Wohlbefinden bei." Deshalb war es für Ute Kornett ein großes Anliegen, auch für das Johanniter-Altenheim einen Tierbesuchsdienst zu organisieren. Fündig wurde sie in Remscheid - Lennep, bei Hundetrainerin Gabiele Kuhlen, die das auch für Radevormwald zuständige Tierheim leitet.
„Ich war sofort von der Idee begeistert", erinnert sich Gabriele Kuhlen, die schon kurz nach dem Anruf aus dem Johanniter-Altenheim zum ersten Besuch mit ihren beiden Hunden nach Radevormwald kam. Möglich wurde die schnelle Umsetzung auch dadurch, dass Quiara und Merlin bereits gut erzogen waren. „In der Regel gilt, dass die meisten Hunde, die kontaktfreudig sind, auch für einen Tierbesuchsdienst geeignet sind", weiß die Hundetrainerin. „Das Tier sollte gegenüber fremden Mensche nicht verängstigt reagieren und sich gerne anfassen lasse", fügt Gabriele Kuhlen hinzu. Wichtig ist auch, dass der Hund sehr gut hört und sich im Notfall zurückrufen lässt. Natürlich sollten die Hunde darüber hinaus sauber und gepflegt sein und regelmäßig geimpft und entwurmt werden, dann ist auch das Thema Hygiene kein Problem.
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Quiara und Merlin erfüllen alle diese Anforderungen, so dass die Aufenthalte im Johanniter-Altenheim immer sehr harmonisch verlaufe. Zunächst besuchen die beiden Fellnasen einzelne Bewohner auf ihren Zimmern, wo die kleine Quiara auch schon mal auf ein Bett springen darf, um mit den Patienten zu kuscheln und zu schmusen. So können auch bettlägerige Patienten mit den Vierbeinern Kontakt aufnehmen. Danach geht es in den Speisesaal bzw. Aufenthaltsraum, wo die beiden von vielen Senioren schon sehnsüchtig erwartet werden. „Natürlich wünschen nicht alle Bewohner intensiven Kontakt mit den Tieren", beschreibt Gabriele Kuhlen ihre Erfahrungen. „Menschen, die selbst keine Tiere hatten sind den Umgang mit ihnen auch nicht gewohnt, doch selbst diese beobachten das Verhalten der Tiere und freuen sich an deren Lebendigkeit.
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Anders ist es bei den Bewohnern, die gerne Tierkontakt haben. Hier springt Quiara gerne auf den ein oder anderen Schoss, oder Merlin legt seinen Kopf auf einen Arm. Stets werden die beiden von den Bewohnern mit Leckerchen versorgt, die Gabriele Kuhlen mitbringt und unter den Senioren verteilt. Als Höhepunkt ihres Besuches begeistern die beiden Vierbeiner die Bewohner des Johanniter-Altenheimes mit verschiedenen Kunststücken wie Pfötchen geben.
Foto: Bell