Mit rund sechs Metern Länge bietet der menschliche Darm jede Menge Potenzial für Erkrankungen. „Eine der am meisten gefürchteten Krankheiten ist dabei der Dickdarmkrebs“, weiß Dr. Rüdiger Hopert, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin am Johannter Krankenhaus Radevormwald. So ist Dickdarmkrebs bundesweit die häufigste Krebsneuerkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache. Jedes Jahr erkranken 71.000 Menschen an Darmkrebs, 29.000 sterben jährlich an dieser Krankheit. „Die Zahl ist umso erschreckender“, macht Dr. Hopert deutlich, „wenn man in Betracht zieht, dass Früherkennung zahlreiche dieser Leben retten könnte.“ Denn Darmkrebs kann – wenn er bei der Vorsorgeuntersuchung als Vorstufe (Polyp) entdeckt wird – sofort im Rahmen der Untersuchung entfernt werden, im Frühstadium entdeckt, ist er sogar zu 100 Prozent heilbar. „Doch meist wird der Tumor erst erkannt, wenn es schon zu spät ist“, berichtet der Mediziner, der sich als Regionalbeauftragter der Stiftung Lebensblicke besonders in der Darmkrebsvorsorge engagiert, aus eigener Berufserfahrung.
Tag der offenen Tür in der Endoskopie des Johanniter-Krankenhauses
Dass dennoch viele Menschen daran sterben, ist auch auf die unzureichende Information und die fehlende Bereitschaft der Bevölkerung zurückzuführen, bei präventiven Untersuchungen mitzumachen. So nehmen nur etwa 15 bis 20 Prozent der Männer und ca. 30 Prozent der Frauen an Vorsorgeuntersuchungen für Darmkrebs teil. Grund dafür ist häufig die Sorge, die Untersuchung könne extrem unangenehm und schmerzhaft sein. „Diese Sorge ist heutzutage in der Regel unbegründet. Darüber wollen wir die Bevölkerung in der Region im Rahmen unserer Kampagne aufklären“, unterstreicht Peter Steffens, Geschäftsführer und Sprecher der Johanniter-Einrichtungen. Denn nur so könnten Ängste abgebaut und Unsicherheiten reduziert werden. Dazu soll unter anderem ein Tag der offenen Tür am 03. März von 10 bis 15 Uhr in der Endoskopie des Johanniter-Krankenhauses beitragen, bei dem sich die Besucher nicht nur über Ablauf und Notwendigkeit einer Darmspiegelung fundiert informieren können, sondern auch an einer „Abführ-Bar“ den Geschmack verschiedener Abführmittel testen können und sich in einem Fachvortrag über weiteres Aspekte des Themas aufklären lassen können.
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Weitere Aktionen sollen Vorsorgemuffel überzeugen
Als weitere Aktion im Rahmen der Kampagne „Radevormwald gegen Darmkrebs – vermeiden statt leiden!“ richtet das Johanniter-Krankenhaus am 14. März eine Infohotline ein. Unter der Nummer 02195/600 – 228 können sich Interessierte in der Zeit von 14 bis 17 Uhr ausführlich von Experten beraten lassen. Darüber hinaus engagiert sich das Johanniter-Krankenhaus in der betrieblichen Darmkrebsvorsorge und bietet über 60 Unternehmen der Region seine Unterstützung bei der Durchführung einer betrieblichen Darmkrebsfrüherkennungsaktion an. „Die betriebliche Darmkrebsvorsorge ist eine gute Möglichkeit, sehr viel mehr Menschen als bisher für dieses Thema zu sensibilisieren und über die Ansprache am Arbeitsplatz auch solche Zielgruppen zu erreichen, die keinen Hausarzt haben, der sie regelmäßig betreut“, erklärt Radevormwalds Bürgermeister Dr. Josef Korsten, der sich als Schirmherr der Kampagne für das Thema Darmkrebsvorsorge stark macht. „Wir müssen uns verstärkt um alle diejenigen kümmern, die an der Vorsorge keinerlei Interesse haben“, ergänzt Landtagsabgeordneter Peter Biesenbach, der als weiterer Schirmherr der Kampagne das Thema in die oberbergische Region tragen will. Es gelte, auch über unkonventionelle Maßnahmen und neue Kommunikationswege Vorsorgemuffel zu erreichen und zu überzeugen. „Nur so kann langfristig die Darmkrebs-Sterberate signifikant gesenkt werden“, bringt er die Bedeutung auf den Punkt.
Hintergrund Darmkrebsmonat
Seit dem Jahr 2002 initiiert die Felix Burda Stiftung zusammen mit anderen Organisationen jedes Jahr den Darmkrebsmonat März® mit dem Ziel, die Öffentlichkeit für Darmkrebsprävention zu sensibilisieren und zur Vorsorge zu motivieren. Mit zahlreichen Aktionen und Projekten klärt die Stiftung über die Möglichkeiten der Früherkennung auf. Im Rahmen einer breiten Medienkampagne engagieren sich auch zahlreiche Prominente für die Arbeit der Stiftung.