| Mit Großballons gegen Gentechnik |
| Montag, den 28. Januar 2008 um 01:56 Uhr |
Mit dem Essen spielt man nicht. Diese und weitere Argumente gegen Gentechnik schwebten auf Großballons an den Fenstern der Abgeordneten des Bundestags vorbei.
Die Ballons waren mit langen Schnüren an Fahrrädern befestigt, auf denen Gentechnik-Kritiker die Gebäude des Bundestag umrundeten.
Anlässlich der abschließenden Beratung des Gentechnik-Gesetzespaketes im Landwirtschafts-Ausschuss des Bundestags forderten die Bürger gesetzliche Regelungen, die Gentechnik in ihrem Essen verhindern. Zum Abschluss der Aktion ließen sie ein Transparent, emporgezogen von den Ballons, in den Himmel steigen. Die Aktion wurde vom Online-Bürgernetzwerk Campact und Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden als Abschluss einer „argumentativen Belagerung des Bundestags“ organisiert. Zehn Tage lang konfrontieren sie die Abgeordneten auf über 60 Großplakatwänden mit den zehn besten Argumenten der Bürger gegen Gentechnik. Über 650 Argumente hatten Bürger zuvor im Internet unter www.gentechnik-stoppen.de formuliert und die besten zehn ausgewählt. Zudem gehen die Argumente als Kurzvideos bis einschließlich heute über die Bildschirme in den Berliner-U-Bahnen.
„Die Abgeordneten müssen den Entwurf zum neuen Gentechnik-Gesetz dringend nachbessern und den schleichenden Einzug der Gentechnik auf unsere Felder verhindern. Es braucht Rechtssicherheit darüber, dass Gentechnik-Bauern auch unter einem Schwellenwert von 0,9 Prozent für Schäden durch gentechnische Verschmutzung haften“, erläutert Christoph Bautz, Sprecher von Campact. Die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“, welche die Regierung plane, sei hingegen zu begrüßen. „Mit der Positiv-Kennzeichnung könnten sich Verbraucher endlich für Fleisch, Eier oder Milch ohne Gentechnik entscheiden.“ Diese gute Regelung dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der derzeitige Entwurf des Gentechnik-Gesetzes die gentechnikfreie Landwirtschaft weit schlechter schütze als bisher. |