Halter, die ihren Tierbestand bei der Tierseuchenkasse gemeldet haben, sind automatisch in dieser so genannten HIT-Datenbank registriert. Die Impfungen werden von den Hoftierärzten durchgeführt und in die Datenbank eingetragen. „Dazu muss der Schafhalter seinem Hoftierarzt eine Vollmacht ausstellen“, erklärt Dr. Röttger. Der Hoftierarzt legt die Tierhaltervollmacht dann der Tierseuchenkasse vor, die den Impfstoff über die Veterinärämter ausgibt. Die Kosten für die Impfung übernehmen Land und Tierseuchenkasse.
Sobald das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW nähere Informationen über den Ablauf der Impfaktion an die Veterinärämter der Kreise weitergegeben hat, werden Hoftierärzte und Tierhalter vom Veterinäramt über die Impfaktion informiert. „Auf uns kommt ein gewaltiger Aufwand zu, da es im Oberbergischen Kreis mit rund 700 Schaf- und Ziegenhaltern sowie 840 Betrieben mit Rinderhaltung viele Betroffene gibt“, sagt der Kreisveterinär. Die gesamte Impfstoffverwaltung und die notwendige Dokumentation für die EU obliegt den Veterinärämtern.
Laut Dr. Röttger wird im Oberbergischen Kreis für rund 10.000 Schafe ab einem Alter von zwei Monaten und für etwa 48.000 Rinder Impfstoff benötigt. Während Schafe und Ziegen nur einmal geimpft werden, erlangen Rinder erst nach einer zweiten Impfung einen ausreichenden Schutz vor der Blauzungenkrankheit. „Obwohl 90 Prozent der Rinder im Oberbergischen Kreis Antikörper gegen die Blauzungenkrankheit haben, sollen sie geimpft werden, weil beispielsweise nicht bekannt ist, ab welcher Menge von Antikörpern ein Infektionsschutz besteht“, erklärt der Kreisveterinär. „Es besteht noch viel Forschungsbedarf.“
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| Schafhalterin Julia Dewenter musste sich 2007 um ihre an Blauzungenkrankheit leidenden Schafe kümmern. (Foto: OBK) |
Rinder- und Schafhalter im Oberbergischen Kreis waren im vergangenen Jahr besonders betroffen von der Tierseuche. 448 landwirtschaftliche Betriebe meldeten sich mit Verdacht auf Blauzungenkrankheit in ihrem Bestand beim Kreisveterinäramt. 1887 Tiere, davon überwiegend Schafe, aber auch Rinder verendeten oder mussten notgetötet werden. Etwa 19 Prozent aller Schafe im Oberbergischen Kreis sind im vergangenen Jahr der Blauzungenkrankheit zum Opfer gefallen.
Der Schaden für die betroffenen Schaf- und Ziegenhalter war enorm und zum Teil Existenz bedrohend. Rund 300 Anträge auf Entschädigung wurden vom Kreisveterinäramt bearbeitet und an die Tierseuchenkasse weitergeleitet.