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Wirtschaft in Radevormwald steht kurz vor einer Rezession
Samstag, den 24. Januar 2009 um 08:15 Uhr
Wirtschaft in Radevormwald steht kurz vor einer Rezession
Flaute
Die wirtschaftliche Talfahrt macht auch vor den oberbergischen Tälern nicht halt: Jedes dritte Unternehmen zwischen Lindlar und Bergneustadt, Radevormwald und Morsbach beurteilt seine derzeitige Geschäftslage als schlecht (33,7 Prozent). Die Zukunft sieht noch dunkler aus: Zwei von drei Unternehmen (64,1 Prozent) gehen davon aus, dass auch die weitere Entwicklung schlecht verläuft.

Das ergab die jüngste Konjunkturumfrage der IHK Köln. "Oberberg ist vom Abschwung stark betroffen", kommentierte Michael Sallmann, Geschäftsführer der IHK Köln und Leiter der Zweigstelle Oberberg in Gummersbach, die Ergebnisse. "Die Boombranchen der vergangenen drei Jahre, der exportstarke Maschinenbau und der Bereich Automotive, leiden jetzt besonders stark unter Auftragseinbrüchen", erklärte Sallmann die besondere Betroffenheit der oberbergischen Wirtschaft. Während immerhin noch knapp jedes vierte Unternehmen in Oberberg zum Jahreswechsel seine derzeitige Geschäftslage positiv beurteilte (23,9 Prozent), rechnet sich nur noch jedes fünfzehnte Unternehmen (6,5 Prozent) für die kommenden Monate gute Chancen aus. Damit fällt die Einschätzung der Geschäftsentwicklung noch deutlich unter den Durchschnitt im IHK-Bezirk (10,6 Prozent). Komplett eingebrochen scheint die Auslandsnachfrage. Nur noch 1,6 Prozent der oberbergischen Betriebe rechnen mit einer positiven Exportentwicklung; jedes zweite Unternehmen hingegen geht von einer Verschlechterung aus. "Auch dies hängt mit unserer spezifischen Branchenstruktur zusammen", erklärte Sallmann, "denn Maschinenbau, Elektrotechnik und indirekt auch die Automobilzulieferer sind besonders exportabhängig." Auch in den Investitionen drückt sich die Stimmungslage der regionalen Wirtschaft aus. 44,4 Prozent der oberbergischen Unternehmen wollen in nächster Zeit ihre Investitionen zurückfahren. Dem stehen lediglich 17,8 Prozent gegenüber, die zusätzliche Investitionen planen. "Leider wirkt sich der Abschwung auch auf die Beschäftigung aus", bedauerte Sallmann. Nach einem kontinuierlichen Rückgang der Arbeitslosenquote zwischen Januar und November 2008 von 6,7 auf 5,8 Prozent stieg sie im Dezember erstmals wieder an, und zwar deutlich auf 6,2 Prozent. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht, denn die IHK-Konjunkturumfrage ergab, dass nur noch jedes zwanzigste Unternehmen (5,6 Prozent) für mehr Beschäftigung sorgen will, jedes zweite jedoch (47,8 Prozent) eine Reduktion der Beschäftigtenzahl plant.

"Mein Eindruck ist", so der IHK-Zweigstellenleiter, "dass die familiengeführten Unternehmen in Oberberg jedoch alles daran setzen, die qualifizierten Stammbelegschaften so lange wie möglich zu halten." Und einen kleinen positiven Ausblick wagt Sallmann doch: "Innovationen werden immer wichtiger, das Wachstum der Zukunft wird immer stärker durch Ingenieurleistungen getrieben. Und das ist die traditionelle Stärke des Mittelstands und ganz vieler Unternehmen in Oberberg." Um diese Chance nutzen zu können, so Sallmann, müssen sich die Unternehmen jetzt durch Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Belegschaften sowie Investitionen in neue, innovative Produkte, Produktionsverfahren und neue Märkte auf den nächsten Aufschwung vorbereiten.



  Info Radevormwald wurde am 16. Mai 2009 eingestellt. Wir danken unseren zahlreichen treuen Lesern.

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