Info Radevormwald Tageszeitung
Banner
Home Schlagzeilen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Oberbergischen Kreis
Anstieg der Arbeitslosigkeit im Oberbergischen Kreis
Donnerstag, den 29. Januar 2009 um 11:57 Uhr
Anstieg der Arbeitslosigkeit im Oberbergischen Kreis
BA
Die derzeitige Rezession, die sich im Wesentlichen auf die Automobilindustrie und ihre Zulieferer erstreckt, schlägt sich immer deutlicher in den Arbeitsmarktdaten nieder. Die angezeigte Kurzarbeit und die Arbeitslosenzahlen dehnen sich vor allem in den Regionen aus, die einen hohen Anteil dieser Betriebe aufweisen.

Fast 5.900 Männer und Frauen (5.858) mussten sich in den ersten Wochen des Jahres erstmals oder erneut arbeitslos melden; dies war – abgesehen vom Januar 2005 mit seiner Sonderentwicklung durch die SGB II (Hartz IV) Einführung – der höchste Zugang in einem Januar in diesem Jahrzehnt. Gleichzeitig konnten sich aber 4.018 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden; dies entsprach dem Umfang der Januarmonate in den beiden Vorjahren. 1.287 Männer und Frauen nahmen dabei eine Erwerbstätigkeit auf, im Dezember waren es 1.260 und im Januar des Vorjahres 1.509. Im Januar blieben 27.026 Arbeitnehmer/innen arbeitslos, 1.824 oder 7,2 Prozent mehr als im Dezember, jedoch noch 1.416 oder 4,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. 16.556 Arbeitslose zählten zu den Kunden der drei Arbeitsgemeinschaften; ihre Zahl fiel um 309 oder 1,9 Prozent höher aus als im Dezember, aber um 1.769 oder 9,7 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt nunmehr bei 7,4 Prozent nach 6,9 Prozent im Vormonat und 7,7 Prozent im Vorjahr. In der regionalen Verteilung der Entwicklung der Arbeitslosigkeit zeigte sich ein WestOstGefälle: Während in Leverkusen die Arbeitslosenzahl um 2,8 Prozent gegenüber Dezember stieg, betrug dieser Zuwachs im RheinischBergischen Kreis 5,7 Prozent und im Oberbergischen Kreis sogar 12,4 Prozent.

Im Oberbergischen Kreis wurde auch der Stand vom Vorjahr um 2,8 Prozent überschritten. Die Kurzarbeit, die zurzeit für bis zu 12.000 Arbeitnehmer durchgeführt wird, verhinderte einen noch sehr viel stärkeren Anstieg; auch hier lag der Schwerpunkt im Oberbergischen Kreis. Seit September 2008 gingen bei der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach 292 Anzeigen über beabsichtigte Kurzarbeit ein. Bisher wurden 262 Anzeigen für bis zu 11.943 Kurzarbeiter bewilligt; davon betroffen waren 24 Betriebe in Leverkusen mit bis zu 651 Kurzarbeitern, 68 Betriebe im Rheinisch Bergischen Kreis mit bis zu 2.686 Kurzarbeitern und 143 Betriebe im Oberbergischen Kreis mit bis zu 8.606 Kurzarbeitern. 30 Anzeigen für bis zu 561 Kurzarbeiter werden zurzeit geprüft. Hauptbetroffene Branchen sind Metallverarbeitung, Maschinenbau, Chemie, Kunststoff, Textil, Speditionen und KfzWerkstätten. Ausgelöst durch die Finanzkrise und verstärkt durch den Auftragsrückgang in der Automobilbranche schwächte sich die Auslastung der hiesigen hiesigen Betriebe deutlich ab. In diesem Zusammenhang zeigten sich auch Exportschwierigkeiten und eine deutliche verminderte Nachfrage nach nicht zwingend notwendigen Produkten.

„Der Anstieg von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit bietet ein düsteres Bild, jedoch gilt es nicht zu vergessen, dass wir zur Zeit noch weniger Arbeitslose ausweisen als während des letzten Konjunkturhochs in 2001 – damals waren auch die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen noch nicht dabei. Die Betriebe haben in den beiden Vorjahren erkennen müssen, dass es schwierig ist Fachkräfte zu gewinnen; deshalb gehe ich davon aus – und dies zeigt die wachsende Kurzarbeit – dass die Betriebe versuchen werden ihre eingearbeiteten Kräfte so lange als möglich zu halten“, kommentiert Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, die aktuelle Entwicklung. „Kurzarbeit ist nicht nur ein Instrument für die größeren Betriebe, sondern wird auch von kleinen und mittleren Betrieben in Anspruch genommen, um die derzeitige Rezession durchzustehen. Das Angebot an die Wirtschaft, Kurzarbeit und Qualifizierung zu kombinieren, und die damit verbundenen Vorteile der Erstattung der anteiligen Sozialversicherungsbeiträge zu nutzen (Konjunkturpaket II), sollte in dieser Zeit nicht ausgeschlagen werden; insbesondere da es schon passende Bildungsangebote gibt. “ Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar entstand aber nicht nur aus konjunkturellen Gründen; so zeigten sich saisonale Einflüsse durch steigende Arbeitslosenzahlen bei Malern und Lackieren, Gartenarbeitern, Dachdeckern und Maurern. Hauptbetroffene Berufsgruppen sind aber vor allem Bürofachkräfte, Kraftfahrer, Kfz.Instandsetzer, Hilfskräfte im Metall und Kunststoffbereich sowie im Lagerbereich. Die Nachfrage nach Arbeitskräften gab im Januar weiter nach; so wurden für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Januar noch 443 Vermittlungsaufträge erteilt (599 im Dezember). Zum Monatsabschluss waren noch 1.394 derartige Stellen unbesetzt, nach 1.450 im Dezember und 1.621 im Januar des Vorjahres. Ein großer Teil dieser Stellen stammte von Zeitarbeitsunternehmen und anderen Betrieben aus dem Dienstleistungssektor. Gesucht werden insbesondere Altenpfleger, Versandkräfte, Friseure, Krankenschwestern, Bürofachkräfte, Elektroinstallateure, Helfer im Lagerbereich, Erzieherinnen, Schweißer, Fachkräfte im Lagebereich und Schlosser. Neben der Gewährung von Kurzarbeitergeld führte der Einsatz von weiteren arbeitsmarktpolitischen Instrumenten zur Verhinderung bzw. zum Ende von Arbeitslosigkeit: So wurde in 1.579 Fällen eine abhängige Beschäftigung und in 1.103 Fällen eine selbstständige Tätigkeit gefördert. Außerdem förderten Agentur und Arbeitsgemeinschaften in 1.729 Fällen die Teilnahme an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen.


  Info Radevormwald wurde am 16. Mai 2009 eingestellt. Wir danken unseren zahlreichen treuen Lesern.

Lottozahlen

Alle Angaben ohne Gewähr!
Powered by: Lottozahlen Script

Anzeige

Landhaus Önkfeld in Radevormwald

Umfrage

Wäre Bundestagswahl, wen würden Sie wählen?