Gestiegene Mobilität
Anders als die jüngsten Daten zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit weisen die jetzt vorliegenden Daten zur Beschäftigung noch eine positive Richtung auf: Mit 238.628 waren fast 4.300 Männer und Frauen im Sommer 2008 mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als ein Jahr zuvor, teilt uns Pressesprecher Ortwin Walter der Arbeitsagentur Bergisch Gladbach mit.
Valide Daten über die Beschäftigung liegen verfahrensbedingt immer erst mit einer Verzögerung von sieben bis acht Monaten vor.
Die Arbeitnehmer/innen zwischen Leverkusen und Bergneustadt profitierten - zumindest bis zum Sommer 2008 – von der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung und so stieg ihre Zahl zwischen Juni 2007 und Juni 2008 um 4.259 oder 1,8 Prozent auf 238.628. Jedoch entfiel der weitaus größere Teil dieses Wachstums auf die Auspendler, also diejenigen, die außerhalb ihres Wohnortes ihren Arbeitsplatz fanden. 151.715 Männer und Frauen mit Wohnort in Leverkusen, dem Rheinisch-Bergischen Kreis oder im Oberbergischen Kreis mussten zur Arbeitsausübung ihren Wohnort verlassen (63,6, 4.190 oder 2,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, gleichzeitig erhöhte sich die Zahl derjenigen, die ihre Beschäftigung an ihrem Wohnort ausübten, lediglich um 69 oder 0,1 Prozent auf 86.913. Im Vergleich der einzelnen Kommunen ergab sich eine deutliche Spannweite der Entwicklung der Beschäftigten zwischen +0,2 Prozent in Hückeswagen und +3,7 Prozent in Nümbrecht. Auch bezogen auf den Vergleich zwischen Leverkusen und den beiden Landkreisen ergaben sich Unterschiede: So wuchs in Leverkusen die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Wohnbevölkerung um 1.026 oder 1,9 Prozent auf 53.861, im Rheinisch-Bergischen Kreis stieg diese Zahl um 1.470 oder 1,7 Prozent auf 89.953 und im Oberbergischen Kreis um 1.763 oder 1,9 Prozent auf 94.814. Gleichzeitig stiegen auch die Auspendlerzahlen in unterschiedlicher Höhe: In Leverkusen erhöhte sich die Auspendlerzahl um 1.289 oder 5,2 Prozent auf 26.009, insbesondere nach Köln; gleichzeitig sank die Zahl derjenigen, die in Leverkusen wohnen und arbeiten konnten um - 263 oder -0,9 Prozent auf 27.852.
Im Rheinisch-Bergischen Kreis stieg die Zahl derjenigen, die außerhalb des Kreisgebiets ihren Arbeitsplatz hatten um 1.308 oder 2,4 Prozent auf 54.730 (eine Überzeichnung um rund 200 ist durch die fehlerhafte Meldung eines Betriebes enthalten); gleichzeitig erhöhte sich die Zahl derjenigen, die im Kreis wohnten und arbeiteten nur um 162 oder 0,5 Prozent auf 35.223. Auch im Oberbergischen Kreis profitierten vom Beschäftigungswachstum eher die diejenigen, die eine Beschäftigung außerhalb des Kreisgebiets aufnahmen; so stieg die Zahl der Auspendler um 1.155 oder 4,4 Prozent auf 27.656. Deutlich schwächer fiel der Anstieg bei den Arbeitnehmer/innen aus, die im Kreis wohnten und arbeiteten, mit +608 oder +0,9 Prozent auf 67.158. Bezogen auf die einzelnen Kommunen reichten die Veränderungsraten für diejenigen, die an ihrem Wohnort arbeiten konnten von -4,8 Prozent in Bergneustadt bis zu +3,8 Prozent in Reichshof im Oberbergischen Kreis und von -1,1 Prozent in Burscheid bzw. -2,0 Prozent in Odenthal bis zu +2,3 Prozent in Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis. Hauptzielpunkte der Auspendler aus dem Agenturbezirk waren Köln (36.966), der Kreis Mettmann (7.110), Remscheid (6.711), Düsseldorf (5.183) und der Rhein-Sieg Kreis (3.797).
„Auch in Zeiten eines deutlichen Beschäftigungswachstums kann man als Arbeitnehmer nicht damit rechnen eine neue passende Stelle an der nächsten Straßenecke zu finden; dies gilt umso mehr in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, so Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. „Steigende Anforderungen an die Mobilität der Arbeitnehmer bedingen aber auch Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur; gerade in ländlichen Regionen sollte die Anbindung von Gewerbegebieten durch den Öffentlichen Personennahverkehr bedarfsgerecht organisiert sein.“ Eine Zunahme der Pendlerströme erfolgte nicht nur auf der Arbeitnehmerseite sondern auch auf der Seite der Arbeitsplätze. Immer mehr Beschäftigungsverhältnisse in der Region werden durch auswärtige Arbeitnehmer ausgeübt. Nominell wurden in den Betrieben im Agenturbezirk 213.060 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 4.113 oder 2,0 Prozent mehr als im Sommer 2007. (Aufgrund von fehlerhaften Meldungen von Betrieben an die Beitragseinzugsstellen ist der Bestand um mindestens 4.800 überzeichnet und der Zuwachs um ca. 1.700. Die 4.800 Fälle überzeichnen auch die Zahl der Einpendler.) Gleichzeitig stieg nominell die Zahl der Einpendler in die einzelnen Kommunen um 4.044 oder 3,3 Prozent auf 126.147. Bezogen auf die einzelnen Regionen stieg in Leverkusen die Zahl derjenigen, die im Stadtgebiet sozialversicherungspflichtig beschäftigt wurden um 703 oder 1,2 Prozent auf 58.691. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Einpendler um 966 oder 3,2 Prozent auf 30.839, auch hier verstärkte sich die Pendlerverbindung mit Köln.
Im Rheinisch-Bergischen Kreis beschäftigten die Betriebe nominell mit 65.390, 1.919 oder 3,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (Durch fehlerhafte Meldungen von Arbeitgebern wurden Bestand und Zuwachs sowie Einpendlerzahl um rd. 1.300 überzeichnet). Der Oberbergische Kreis verzeichnete in den hier ansässigen Betrieben nominelle 88.979 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 1.491 oder 1,7 Prozent mehr als in 2.007 (Durch fehlerhafte Meldung eines Arbeitgebers sind Bestand und Einpendlerzahl um ca. 3.450 überzeichnet und der Zuwachs um ca. 420). Bezogen auf die einzelnen Kommunen reichten die Veränderungsraten im Oberbergischen Kreis von -5,1 Prozent in Bergneustadt bis zu +5,0 Prozent in Reichshof. Im Rheinisch-Bergischen Kreis dehnte sich diese Spannweite von -1,0 Prozent in Overath bis zu +5,2 Prozent in Kürten. In wirtschaftsfachlicher Betrachtung entstanden die meisten neuen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Leverkusen im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung und im Gesundheitswesen; im Rheinisch-Bergischen Kreis waren es Büros für technische Fachplanung, das Sozialwesen, das Gesundheitswesen und Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Der Oberbergische Kreis verzeichnet Zuwächse in der Metallerzeugung und –bearbeitung, im Maschinenbau und im Sozialwesen.
Der nominelle Zuwachs im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung erwies sich bereinigt bereits im Sommer 2008 als Rückgang, denn bereits damals mussten sich die ersten Betriebe dieser Branche von Mitarbeitern trennen. Im Bereich der geringfügig entlohnten Beschäftigung verlief die Entwicklung differenziert: Während die Zahl derjenigen, die ausschließlich geringfügig entlohnt beschäftigt sind, sich kaum veränderte, ist die Zahl der im Nebenjob geringfügig entlohnten Arbeitnehmer um rd. 10 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass in zahlreichen Fällen das Haupteinkommen nicht ausreicht. 48.676 Männer und Frauen mit Wohnort im Agenturbezirk übten ausschließlich eine geringfügig entlohnte Beschäftigung aus, gleichzeitig arbeiten 46.007 Arbeitnehmer im Bezirk in einer derartigen Beschäftigung. Weitere 21.387 Personen (Wohnort Agenturbezirk) übten als Nebenjob eine geringfügig entlohnte Beschäftigung aus, gleichzeitig entfielen 20.285 Beschäftigungsverhältnisse im Bezirk auf eine derartige Tätigkeit.
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