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Zwei Leserbriefe in der OVZ erhitzen Gemüter
Montag, den 16. Februar 2009 um 12:10 Uhr
Zwei Leserbriefe in der OVZ erhitzen Gemüter
Im Fokus
Zwei Leserbriefe in der OVZ erhitzen die Gemüter zum Thema Kernenergie und Windkraft, so Rainer Knorz vom NABU Oberberg aus Radevormwald für das Klimabündnis Oberberg. Was war geschehen? Für den Bau von Kernkraftwerken und gegen Windkraftwerke sprechen zwei Leser sich aus in der OVZ vom 11.02.2009 zu Kernenergie und Windkraft.

Dies kann Klaus Schweim nicht so stehen lassen. Und Schweim ist kein jugendlicher Spinner, sondern ein Mann, der jahrelang Kraftwerke geplant hat. Als Dipl.-Ing Kerntechnik und Apparatebau i.R. kennt Klaus Schweim die Materie. Aber lassen wir doch den Experten für Kerntechnik, der sich im Klimabündnis Oberberg engagiert, selbst zu Wort kommen:

zum Brief von Harald Klinkert, der für den Bau von Kernkraftwerken spricht.

Die Wiederaufarbeitung von abgebranntem Kernbrennstoff im franz. La Hague und im brit. Sellafield führt erstens bekanntermaßen zu regelmäßigen Störfällen und ständigem "Output" von radioaktiven Wässern ins offene Meer. Weiter ist der wieder gewonnene Brennstoff im Wesentlichen Uran 238, welches nur im Schnellen Brutreaktor zum hochgiftigen Plutonium "umgebrütet" werden kann, welches dann neuen Brennelementen beigemischt wird. Dazu sind alle möglichen, hoch komplizierte, chemische und physikalische Verarbeitungsschritte in einer WAA (Wiederaufbereitungsanlage) nötig. Der deutsche Standort Wackersdorf ist genau dieser aufwendigen Verfahren wegen Gott sei Dank aufgegeben worden! Ebenso wurden der "Schnelle natriumgekühlte Brutreaktor", SNR 300 Kalkar und der "Super Phenix" 1200 in Frankreich wegen ihrer unsicheren Betriebsweise aufgegeben. Hierzu hat ein ehemaliger hochdotierter Wissenschaftler, Prof. Klaus Traube schon vor vielen Jahren seinen Job bei der Bensberger Fa. "Interatom" wegen unüberschaubarer Zukunftsrisiken der Kerntechnik aufgegeben, und plädiert heute für die vollkommene Abkehr von der Atomkraft ! Die Aussage, im Endlager seien, die Reststoffe aus den abgebrannten Brennelementen in 800 Jahren sozusagen ungefährlich, ist mit einem Blick in die Radio-Nuklid-Tabelle, aus der die Spaltprodukte abzulesen sind, zu widerlegen: Einige hoch giftige und stark strahlende Nuklide haben Halbwertszeiten in der Größenordnung von Millionen Jahren ! Die jüngsten Ergebnisse aus den in Deutschland betriebenen Endlagern sprechen doch wohl für sich, wie wenig ausgegoren dort gearbeitet wird. Unsere Kinder und Kindes-Kindes-... Kinder werden unsere Generation auf ewig anklagen.

zum Brief von Heinz Gerd Kopp, der den Windkraftwerken jeglichen Nutzen abspricht.

Hierzu ist nur entgegen zu halten, daß Windkraft nur deshalb unstetig "nutzbar" ist weil sich die Netzbetreiber mit allen möglichen Tricks vor dem Ausbau ihre Verteilungsnetze drücken, um genau das zu erzeugen, was Herr Kopp mit einem "Blackout" beschwört (.Siehe, was vor wenigen Wintern im Münsterland passierte, weil das Netz falsch gemanaged wurde ) Aus der Kombination aller ernuerbaren Energieerzeuger läßt sich sehr wohl eine kontinuierliche Versorgung realisieren, wenn die "großen Vier" es nur zuließen! - Ein vorgehaltenes, fossil beheiztes Kraftwerk ist keinesfalls ein CO2 -Ausstoßer, solange Wind-, Solar-, Wasser-, oder BHKW-Strom ins Netz gespeist wird, können fossile Kraftwerke ihre Leistung herabsetzen, oder ganz vom Netz genommen werden und weniger Kohle, Braunkohle, Öl oder Gas verbrennen, also auch weniger CO2 emittieren, und da müssen wir hin!

Klaus Schweim Dipl.-Ing Kerntechnik und Apparatebau i.R.
2.Vors. NOVE e.V. www.nove-oberberg.de im Klimabündnis Oberberg




  Info Radevormwald wurde am 16. Mai 2009 eingestellt. Wir danken unseren zahlreichen treuen Lesern.

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