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Flussgebietsmanagement statt Kirchturmdenken
Mittwoch, den 18. März 2009 um 14:57 Uhr
Flussgebietsmanagement statt Kirchturmdenken
Wasser
Nach den Niederschlägen im März – bis zum 18. März regnete es an der Messstelle Bever-Talsperre bereits 86 Liter pro Quadratmeter oder rund 87 Prozent des Monatsdurchschnitts – ist das Thema Wasser im Bergischen Land zurzeit allgegenwärtig. Während das Bergische Land reich an Wasser ist, ist dieses kostbare Gut in vielen Ländern der Erde Mangelware.

Die Vereinten Nationen haben daher 1992 den 22. März zum internationalen „Tag des Wassers“ ausgerufen. Der „Tag des Wassers“ soll die Menschen weltweit daran erinnern, dass Wasser die Grundlage allen Lebens ist. Zugleich will der Gedenktag dazu aufrufen, die Ressource Wasser zu schützen und sparsam und sinnvoll mit ihr umzugehen. In diesem Jahr lautet das Motto „Grenzüberschreitende Gewässer – Wasser ohne Grenzen“. Viele Flüsse, z. B. der Rhein, durchfließen mehrere Staaten. Und auch die Wupper ist im kleinen Maßstab ein grenzüberschreitendes Gewässer. Von der Quelle in Marienheide bis zur Mündung in den Rhein in Leverkusen durchfließt sie die Gebiete von 10 Städten und Gemeinden oder bildet deren Stadtgrenze. Das Einzugsgebiet der Wupper, das natürliche Niederschlagsgebiet, umfasst oder berührt insgesamt 22 Kommunen. Die Kommunen, Kreise, Wasserver- und Entsorgungsunternehmen sowie größere Industrie- und Gewerbeunternehmen im 813 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Wupper sind Mitglieder im Wupperverband. Die gesetzlichen Aufgaben des Verbandes sind: Abwassereinigung, Hochwasserschutz, Niedrigwasseraufhöhung, Bereitstellung von Rohwasser aus der Großen Dhünn-Talsperre, Unterhaltung und ökologische Entwicklung der Gewässer mit einer Gesamtlänge von 2.300 Kilometern sowie die Ermittlung der wasserwirtschaftlichen Grundlagen. Der Verband wurde 1930 gegründet, um die damaligen wasserwirtschaftlichen Probleme, z. B. extreme Verschmutzung der Wupper oder Hochwässer, städteübergreifend zu bearbeiten. Nicht „Kirchturmdenken“ war gefragt, sondern die ganzheitliche und auf das gesamte Einzugsgebiet ausgerichtete Erfüllung der Aufgaben. Auch die Kosten für die Aufgabenerfüllung, z. B. für den Bau und Betrieb der Kläranlagen, werden von den Mitgliedern durch ihre Beiträge genossenschaftlich finanziert. Lediglich für Maßnahmen, die nur einzelnen Mitgliedern Nutzen bringen, werden die Leistungen einzelveranlagt abgerechnet.

Ressourcenschutz statt Profitorientierung

Gerade die Bündelung dieser zusammenhängenden Aufgaben im Rahmen des Flussgebietsmanagement ermöglicht eine Zusammenarbeit mit den weiteren öffentlichen Aufgabenträgern, z. B. Kommunen. Im Gegensatz zum profitorientierten Handeln privater Unternehmen stehen bei den öffentlichen Trägern nicht die Gewinnmaximierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Sicherung der Ressource Wasser im Mittelpunkt. Eine ganzheitliche und auf kommende Generationen ausgerichtete Wasserwirtschaft gewinnt in Anbetracht von Klimaveränderungen zunehmend an Bedeutung. Durch ganzheitliche Aufgabenwahrnehmung entstehen gegenüber der Bearbeitung eines einzelnen Teilsegments außer-dem Synergieeffekte, z. B. durch Kooperationen mit den kommunalen und industriellen Verbandsmitgliedern. Auch in der im Dezember 2000 verabschiedeten Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist das Flussgebietsmanagement als Instrument verankert, um das Ziel „guter Zustand“ der Bäche und Flüsse in ganz Europa zu erreichen. Insbesondere bei Gewässern, die Grenzen überschreiten – seien es kommunale oder Ländergrenzen, zeigt sich, dass der Schlüssel zum Erfolg in der ganzheitlichen Bearbeitung der Aufgaben und der Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure liegt. Die Wupper ist dafür ein gutes Beispiel: Durch gemeinsame Investitionen ist es gelungen, dass sich der Fluss über Jahrzehnte von einem Abwasserfluss wieder zu einem Lebensraum, z. B. für über 30 Fischarten in Wuppertal, und einem Erholungsraum für die Menschen entwickelt hat.

Wupperverband

Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen. Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.


  Info Radevormwald wurde am 16. Mai 2009 eingestellt. Wir danken unseren zahlreichen treuen Lesern.

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