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Arbeitslosigkeit steigt weiter im Oberbergischen Kreis
Donnerstag, den 30. April 2009 um 09:59 Uhr
Arbeitslosigkeit steigt weiter - Foto: BAEin zwiespältiges Bild bot der hiesige Arbeitsmarkt in den letzten vier Wochen: So stieg einerseits die Zahl der Arbeitslosen – dies ist in einem April eher ungewöhnlich – gleichzeitig konnten aber vermehrt Arbeitslose in Beschäftigungsverhältnisse zurückkehren bzw. neue Stellen antreten, dies aber häufig nur befristet. Optimismus haben die jüngsten Erwartungen von Wirtschaftsexperten und die Umfragen in der heimischen Wirtschaft nicht verbreitet. So bestätigt der erneute Anstieg der Arbeitslosenzahlen diese Tendenz ebenso wie die weitere Ausdehnung der Kurzarbeit, jedoch zeigen die erhöhten Einmündungen in eine Erwerbstätigkeit, dass es auch in Zeiten wie diesen Chancen gibt. Zwar entfielen zahlreiche Einstellungen auf befristete Beschäftigungsverhältnisse und mancher Neubeginn war lediglich die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz, andererseits boten u. a. Ansiedlungen von Handelsunternehmen zusätzliche Arbeitsplätze. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosenzahl seit März um 550 oder 1,9 Prozent auf 28.913 ist in einem April eher ungewöhnlich; zuletzt erfolgte ein vergleichbarer Anstieg 1993 nach dem Ende des „Wiedervereinigungsbooms“. Mit diesen Werten wurde der Stand des Vorjahres um 890 oder 3,2 Prozent überschritten. In der Region blieben jedoch noch Leverkusen und der Rheinisch-Bergische Kreis unter dem Stand vom April 2008. Die Arbeitslosenquote liegt nunmehr bei 7,9 Prozent nach 7,7 Prozent im Vormonat und 7,6 Prozent im Vorjahr.

Anders als in den Vormonaten erstreckt sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit immer mehr auch auf den Kundenkreis der Arbeitsgemeinschaften (+314 oder 1,9 Prozent auf 17.276). Waren in den ersten Monaten der jetzigen Arbeitsmarktentwicklung vor allem Arbeit-nehmer/-innen ohne oder mit geringen Qualifikationen betroffen, dehnt sich jetzt die aktuelle Entwicklung gleichzeitig auch auf diejenigen aus, die formal höher qualifiziert sind und davon sind auch Stammbelegschaften erfasst. Allein die Zahl der Hochqualifizierten stieg im April um 90 oder 9,4 Prozent auf 1.045. Auch die derzeitigen Daten über die Kurzarbeit bieten keinen Anlass zur Entwarnung. So wurde bisher für 558 Betriebe Kurzarbeit für bis zu 20.681 Arbeitnehmer bewilligt. Außerdem liegen noch 164 Anzeigen für 2.809 Arbeitnehmer vor, über die noch zu entscheiden ist. In regionaler Hinsicht liegt der Schwerpunkt der Kurzarbeit nach wie vor im Oberbergischen Kreis mit 357 Betrieben mit bis zu 14.010 betroffenen Arbeitnehmer/-innen, gefolgt von Rheinisch-Bergischen Kreis mit 138 Betrieben mit bis zu 4.130 Kurzarbeitern und Leverkusen mit 63 Betrieben mit bis zu 2.541 Personen.

Das tatsächliche Ausmaß der Kurzarbeit wird erst in einigen Wochen vorliegen, wenn die Abrechnungslisten der Betriebe eingereicht werden. „Kurzarbeit ist eine Chance für die Betriebe die eingearbeiteten Arbeitskräfte zu halten, sie bietet aber auch die Möglichkeit in dieser Zeit den Qualifikationsstand der Belegschaft zu erhöhen. Diese Gelegenheit wird bisher nur von einem Teil der Unternehmen genutzt. Interessierte Betriebe sollten sich an den Arbeitgeberservice der Agentur wenden (Tel. 01801 66 44 66 )“, appelliert Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, an die hiesige Wirtschaft. Mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden.

  Info Radevormwald wurde am 16. Mai 2009 eingestellt. Wir danken unseren zahlreichen treuen Lesern.

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